Wie Facebook die Werbung für seine Nutzer personalisiert

Facebook Pixel: Spione checken deine Klicks

Facebook hat ein neues Pixel, mit dem er Nutzerdaten für angepasste Werbung sammelt. 

von Julia Roß

Bei dem Wort Pixel denkt man erstmal an Bildschirmauflösung, Bildpunkte oder Bildgrößen. Der Facebook Pixel hat hiermit nur wenig zu tun. Der Tracking Pixel ist ein Stück JavaScript Code. Er kann in einer Webseite eingebaut werden, um herauszufinden, wie oft eine Internetseite besucht wird. Das funktioniert, indem es mitzählt, wie oft eine Webseite aufgerufen wird. Die ID der Facebook Nutzer, die eine solche Webseite aufrufen, werden in einem sogenannten Custom Audience gesammelt. Der Unterschied zwischen einem Tracking Pixel und einem Custom Audience Pixel liegt darin, dass ein Tracking Pixel zeigt, wer eine Webseite angeklickt hat. Der Custom Audience Pixel zeigt zusätzlich, ob der Nutzer auch die eigenen Daten abgegeben hat. Diese Pixel sind zu klein, um von den Nutzern wahrgenommen zu werden. Deshalb wissen sie gar nicht, welche Webseite mit einem Pixel versehen ist und welche nicht. Somit werden die Daten ohne das Wissen des Nutzers weitergegeben.

 

Was ist neu am Facebook Pixel?

 

Der neue Facebook Pixel kann noch mehr. Verschiedene Parameter können hinzugefügt werden. Zum Beispiel das Zählen bestimmter Seiten oder bestimmte Aktionen, die ein Nutzer ausführt. Dieses Pixel ist ein Retargeting Pixel. Über die Customer Audiences, die durch das Pixel befüllt werden, können Nutzer aus diesen Audiences auf Facebook mit angepassten Anzeigen angesprochen werden. Wenn sich ein Nutzer über eine Webseite mit diesem Pixel beispielsweise über eine bestimmte Sportart informiert, werden kurze Zeit später Werbeanzeigen entsprechend des Unternehmens in der Facebook-Timeline auftauchen. Um das zu erreichen mussten früher sowohl Custom Audience Pixel als auch Tracking Pixel installiert werden. Durch den Facebook Pixel fällt das weg. Es reicht aus, um die Conversions auf bestimmten Seiten zu ermitteln und die Customer Audience, die man in Facebook durch die Pixel anlegt, mit den Nutzerdaten zu befüllen.

 

 

Auf persönliche Interessen abgestimmte Werbung
Ein Beispiel für personalisierte Werbung auf Facebook

 

 

Ein Klick und Facebook rückt die Daten raus

 

Facebook hat uns ja schon immer mit einer Menge Werbung konfrontiert. Ein Vorteil daran, dass diese jetzt auf die Interessen der Nutzer angepasst ist, wäre, dass die Werbung tatsächlich für den Nutzer interessant sein könnte und er so auf neue Produkte aufmerksam gemacht wird. Wenn sich jemand für beispielsweise Pflanzen interessiert, wird diese Person eher eine Anzeige für Düngemittel, Insektenschutz oder Pflegetipps anklicken, als Werbung für einen neuen Audi. Viele wissen aber gar nicht, dass sie mit diesem einen Klick auf einer Webseite ihre gesamten Daten, die Facebook gesammelt hat, an andere übermitteln. Es soll den Nutzern zwar helfen, indem sie nicht mehr mit für sie belanglosen Anzeigen konfrontiert werden, aber in erster Linie sind Facebook und die Webseitenbetreiber, die diesen Pixel verwenden, diejenigen, die hiervon profitieren.

 




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