Instadogs

Achtung, hier kommen die #Instadogs

Hunde sind aus unserer Gesellschaft kaum noch wegzudenken. Doch nicht nur im echten Leben, sondern auch auf Social Media nehmen sie ein große Rolle ein.

von Maren Adrian

Der beste Freund des Menschen ist nach wie vor beliebt. Vor allem bei uns Deutschen. In der Beliebtheitsskala aller Haustiere stehen Hunde bei uns auf dem zweiten Platz. Noch begehrter sind lediglich Katzen. Zwar gelten Hunde in traditionell islamischen Gesellschaften nach wie vor als unrein, in westlichen Ländern dagegen wird ihr Dasein sehr geschätzt.

Der Hund, das älteste Haustier des Menschen, erweist sich für viele als treuer Weggefährte. Dabei ist die Bindung zwischen Mensch und Hund beeindruckend. Die meisten Besitzer sehen ihre Vierbeiner als vollwertiges Familienmitglied an und bringen enorm viel Zeit und Geld für sie auf. Allein in Deutschland leben etwa acht Millionen Hunde, jährlich spült die Hundesteuer Millionenbeiträge in die Gemeindekassen. Ein Leben ohne Hund? Für viele unvorstellbar.

 

Unser Leben mit Hunden

 

Nahezu täglich kommen wir mit den Vierbeinern in Kontakt. Ob wir selbst stolzer Besitzer sind, den Nachbarshund am Gartenzaun treffen oder Hunde in TV-Spots sehen. Auch als Jagd- oder Blindenführhund sind sie dem Menschen eine dankbare Hilfe. Man widmet ihnen Bücher, produziert TV-Serien und Filme mit ihnen. Viele werden die Geschichte des chaotischen Labradors aus der Buchverfilmung „Marley und Ich“ kennen und bestimmt haben die meisten schonmal vom Hundeflüsterer Cesar Milan oder dem deutschen Pendant Martin Rütter gehört. Um das Thema Hund kommt man gar nicht mehr vorbei, selbst wenn man sich für das Thema an sich gar nicht interessiert. Auch über den Tod hinaus verlieren die Vierbeiner nicht an Bedeutung. Ihre letzte Ruhe finden sie auf Tierfriedhöfen, ihre Asche kann man sogar zu Diamanten pressen lassen. Der Hund ist ohne Frage im Leben der Menschen präsent, deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass gerade die Vierbeiner auf Social Media so beliebt und erfolgreich sind.

 

Unternehmen setzen auf Vierbeiner

 

Wer auf Instagram aktiv ist, kommt um die Hashtags #instadogs, #doglove oder #puppygram nicht vorbei. Viele Hundebesitzer haben erkannt, dass der beste Freund des Menschen auf Social Media Plattformen gut ankommt. Mit Fotos und lustigen Videos von seinem Hund kann man heutzutage viele Likes und Follower bekommen. Was als nettes Hobby bei vielen beginnt, nämlich den eigenen Hund in den unterschiedlichsten Momenten zu fotografieren und die Bilder in den sozialen Netzwerken hochzuladen, kann bei manchem zum richtigen Geschäft werden. Der Hund kann so zum Beispiel zum sogenannten „Dogfluencer“ werden. Also ein Hund, der wegen seiner starken Präsenz und einer großen Anzahl an Folllowern, für Firmen und deren Werbe- und Vermarktungszwecke in Frage kommt.

Dabei entscheiden sich Unternehmen aus unterschiedlichen Gründen für einen bestimmten Hund. In der Regel muss die Anzahl der Follower stimmen. Man sagt, im Schnitt suchen Firmen Hunde mit 100.000 bis 300.000 Followern. Manchmal aber werden für bestimmte Projekte nur weibliche oder nur männliche Hunde gesucht oder Hunde aus einem bestimmten Land. Viele Unternehmen machen sich die guten Eigenschaften, den man den Vierbeinern nachsagt, zu Nutzen. Hunde, so sehen es viele, sind verlässlich, loyal und liebenswert. Eigenschaften, die Unternehmen gerne mit der Werbung und ihren Produkten in Verbindung bringen wollen.

Where the wheels stop, that’s home. #letsgoplaces #4runner #sponsored @toyotausa

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Der eigene Hund als Social Media Star

 

Bekannte Instadogs erreichen Tausende, einige von ihnen sogar Millionen Follower. Wer es richtig angeht, den Vierbeiner gut in Szene zu setzen weiß und ein bisschen Glück hat, kann mit seinen Hundefotos gutes Geld verdienen. Aus dem eigenen Hund einen „Dogfluencer“ zu machen, ist aber gar nicht mal so einfach. Gerade auf Instagram existieren zahlreiche Accounts, auf denen man das Leben von Hunden und deren Besitzer verfolgen kann. Nur ein Bruchteil schafft es tatsächlich in die oberste Liga der Instadogs. Sich von der Masse abzuheben und seine eigene Nische zu finden, ist schwer und die Konkurrenz ist wie so oft enorm groß. Wer sich davon nicht abschrecken lässt und trotzdem den Hund zum Social Media Star machen will, benötigt Zeit, Leidenschaft und ein Händchen für Fotografie und kreativen Inhalt. Denn eins darf guter Dog-Content nicht sein: Langweilig. Um die Aufmerksamkeit von Followern zu gewinnen, sollte man zu Beginn viele Kommentare und Likes auf anderen Accounts setzten, damit die Instagramgemeinschaft überhaupt von der eigenen Existenz erfährt. Hashtags spielen eine vergleichbare Rolle, denn sie können ebenfalls neue Follower generieren. Im Internet existieren bereits Anleitungen, wie sich der eigene Hund am besten auf Social Media vermarkten lässt.

All die Tipps sind jedoch noch lange keine Erfolgsgarantie. Manche „Dogfluencer“ haben es schlicht weg mit guten und authentischen Fotos zu großer Bekanntheit geschafft. Sie verwenden weder bestimmte Hashtags noch brauchen sie anderweitig auf sich aufmerksam zu machen. Bei manchen Instadog Accounts könnte man meinen, sie seien ein Selbstläufer. Doch auch die großen „Dogfluencer“ haben einmal klein angefangen und auch bei ihnen musste die Fangemeinde erst wachsen. Follower zu gewinnen, benötigt Zeit, das sollte man beachten, wenn man den eigenen Hund auf Social Media groß rausbringen will.

 

HOW DO U STOP THIS THING?! 😱

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Mondays.

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Every morning should start off with a freezing cold swim in a river. 🏊

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Dog-Content kommt an

 

An Hundeliebhabern, die im Netz auf der Suche nach Dog-Content sind, mangelt es jedenfalls nicht. Menschen haben Empathie für kleine und vermeintlich hilflose Tiere wie Hunde. Wie man weiß, reagieren Menschen positiv auf Lebewesen, die uns optisch an Kleinkinder erinnern. So wecken große, runde Augen, eine kleine Nase und ein großer Kopf mit hoher Stirn in den meisten uns Schutzinstinkte. Außerdem rufen die Bilder und Videos bei dem Betrachter Emotionen hervor. Die allermeisten empfinden beim Anblick von niedlichen Hundewelpen Freude. Und ist es nicht genau das, was wir von gutem Social Media Content erwarten? Nämlich einfache Kost und Unterhaltung?

Darüber hinaus interessieren sich besonders Menschen, die selbst einen Hund besitzen, für Dog-Content auf Social Media. Man vergleicht andere Hunde gerne mit dem eigenen und zieht Gemeinsamkeiten zum Vierbeiner. Wenn Fotos oder Videos besonders gut gefallen, werden oftmals die eigenen Freunde darauf markiert – die wiederum tun dasselbe. So entsteht durch das Austauschen von Inhalten eine Art Gemeinschaftsritual. Viele Menschen sehen in Hunden bedingungsliebe Liebe. Hunde haben etwas Aufrichtiges und Ehrliches an sich. Etwas, was viele in menschlichen Beziehungen vermissen. Vielleicht eine Erklärung, warum Hunde nicht nur im wahren Leben, sondern auch auf Social Media so gut ankommen.

 




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