Für mehr Toleranz im Beauty-Game!

Schminktutorials gehören den weiblichen Wesen dieser Erde? Papperlapapp – sie gehören uns allen!

Von Daniela Koch
Ob BibisBeautyPalace oder die selfmade Haarfarbetutorials von deiner modebewussten Wannabe-Kim Kardashian-Nachbarin: YouTube und Co. sind gefühlt nur dafür erschaffen worden, Beauty-Tutorials eine Heimat zu geben. Ein bisschen Highlighter hier, ein bisschen Babypuder da und als Special of the day ein Produkttest zum roten UV-Nagellack von Beauty Beatrice oder wie sie alle heißend. Das Geschäft mit farbenfrohen Spachtelmasseanweisungen läuft. ‚Girls just wanna have fun‘ eben, und den haben – wenn man die virale Beauty-Landschaft abgrast – vor allem Frauen, wenn sie sich ordentlich bemalen. Ob man dem jetzt zustimmt oder nicht: Sich auf irgend eine Art und Weise zu dekorieren liegt wohl einfach in der Natur des Menschen. Indianer hatten zwei Streifen unter den Augen, wir zwei bronzene Flecken auf der Wange. Times are changing – oder auch nicht.

Haargel ist okay, Nagellack nicht: Das Phänomen des Entsetzens über geschminkte Männer

Was vor Jahrhunderten schon üblich war, nämlich geschminkte Männer, sorgt heute für Geläster und bei vielen sogar für ein Gefühl der Befremdung. David Beckham zum Beispiel. Er trug zwar keine weiße Perücke und auch keinen Kajal – wie es zu Barockzeiten üblich war – jedoch hatte er blonde Strähnen, einen gewaxten Oberkörper, Bling-Bling Steinchen im Ohr und eine gute Portion Bräunungscreme im Gesicht. Trotz „femininer“ Aufmachung, fand ihn auch jedes absolute Hetero-Girl heiß. Wieso auch nicht? Sieht man jedoch heute einen Herren der Schöpfung mit rosa Fingernägeln durch die Stadt flanieren, ist er in Augen vieler entweder schwul, verwirrt oder ein völlig abgedrehtes Fashion-Victim, das maximal in die Hauptstadt passt oder wegen einem London-Kollaps aufs Land geflüchtet ist. Dass das nicht zwangsläufig so sein muss, verstehen im 21. Jahrhundert gefühlt weniger, als in den 2000ern. Die frühkindliche Erziehung vieler, die oft vermittelt, dass es geschlechterbezogene Farben gibt, wie zum Beispiel die ‚Mädchenfarbe‘ rosa, hat bei einigen unserer Generation wohl wirklich bleibende Schäden hinterlassen. (Mädchenfarbe irritiert sogar mich. Müsste diese nicht eher rot statt rosarot sein?)

Schminktutorials für alle!

So schockierend es nun für viele sein mag: Nicht nur Bibi oder Dagi Bee, die für die typischen Girls im Beauty-Business stehen, bemalen sich gerne, ganz und gar nicht. Auch andere Menschen mögen das. What a surprise. Cisgender, Transgender oder Androgyne – wir alle haben auf irgendeine Art und Weise das Bedürfnis, einen Schritt weiter zu gehen und uns in die Tiefe des Schminktopfes fallen zu lassen. In YouTube-Deutschland fällt aber eines auf: Tipps gehen vor allem raus von Bibi, deiner kleinen Schwester oder Shirin Davids, gerichtet an „ihre Mädels“. Hier weckt maximal Shirins Nachname die Assoziation zu einem anderen Geschlecht. Doch ist die farbenfrohe Welt der Kosmetiktutorials wirklich so trist? Wo bleached sich Bernhard die Zähne, wo gelt sich Lisa die Haare und wo erklärt mir Murat, wie mein Long-Lasting-Lipstick noch länger hält?

Hier fünft Beautytutorials, von denen sogar die üblichen Verdächtigen im Beauty-Business noch etwas lernen können. Und alle verkopften Geschlechterdenker hoffentlich auch.

Und ihr denkt, ihr habt es drauf…

 

It’s okay to be metrosexuel.

 

Oh nein – Klischeebruch

 

Oh nein – Klischeebruch die Zweite

 

Oh nein – Klischeebruch die Dritte

 

Ein Schrei der Sehnsucht – sowas kommt wohl von der jahrelangen Unterdrückung.

 




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