Social Media Apps auf dem Smartphone

Leben für 24 Stunden: Social Media im Story-Wahn

Stories sind unglaublich beliebt. Kein Wunder, dass fast alle Plattformen diese Funktion inzwischen Kopiert haben.

von Marvin Eckert

Screenshot von Snapchat StoriesDie Story-Funktion ist das, was Snapchat so groß gemacht hat. Bilder und Videos, nur wenige Sekunden lang, als eine Art Status-Update mit allen teilen. So sehen alle, was der Snapchatter tolles erlebt. Und nach 24 Stunden ist selbst das peinlichste Absturz-Video von der letzten Nacht für immer verschwunden. Wie praktisch.

Diese Stories waren immer das Alleinstellungsmerkmal von Snapchat. Bei der Zielgruppe der App, Jugendliche unter 24, war diese Funktion äußerst beliebt. Darauf kamen auch schnell Firmen und Medienvertreter. Nahezu jedes große Unternehmen hat inzwischen einen Account bei Snapchat und postet fleißig nette Geschichten rund um ihre Produkte. Bei guten Beispielen ist es Storytelling, in anderen Fällen einfach nur Werbung. Große Namen aus der Medienlandschaft bieten ein mehr oder weniger journalistisches Angebot.

 

Kaufen oder kopieren?

 

Schnell haben auch die Macher kapiert, dass die Jugend auf Stories steht. Was also tun, um die durch die Story-Funktion angelockten Nutzer an sich zu reißen? In alter Facebook-Manier Snapchat aufkaufen? Hat Facebook versucht, allerdings hat Snapchat abgelehnt. Also einfach das Story-System in die eigenen Netzwerke kopieren…
So bekam als erste der Facebook-eigenen Plattformen Instagram ein Update. Eine neue Funktion: Nutzer können jetzt Bilder und Videos mit Text und Stickern versehen und für 24 Stunden mit ihren Freunden teilen. Der gleiche Snapchat-Abklatsch folgte dann auch auf Facebook und in der Facebook-Nachrichten-App Messenger.

Wenig später folgte dann auch ein Update für den Nachrichtendienst Whatsapp. Nutzer können keinen Status mehr in Textform verfassen, sondern müssen ihren Status wie eine Story bebildern.
Wie wichtig Facebook und Snapchat ihre Stories sind, erkennt man schon am Layout der aktuellen App: Die Stories befinden sich ganz oben in der Nutzeroberfläche. So fallen sie direkt auf und verleiten den User dazu, sich das visuelle Statusupdate ihrer Freunde anzuklicken.

 

Ab sofort Skype-Stories

 

Vor wenigen Tagen kam eine weitere Plattform hinzu, die sich einen Snapchat-Abklatsch zugelegt hat: Skype. Auf einigen Websites, die sich mit den Trends und Hintergründen von sozialen Netzwerken beschäftigen, sieht man diesen Schritt als verzweifelten Versuch, Nutzerzahlen zu retten.
Auf Facebook nutzen nach eigenen Erfahrungen nicht wirklich viele Leute die neue Funktion. Doch teilweise sind auch diese Kopien erfolgreich: Laut Zahlen von Statista nutzten im April schon 200 Millionen Nutzer Instagram-Stories.

Nahezu alle großen sozialen Netzwerke sind also vom Story-Wahn befallen und haben ihre eigene Kopie der Snapchat-Funktion entwickelt – und den Nutzern gefällt es. Jetzt fehlen eigentlich nur noch Twitter-Stories…




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