loki_the_wolfdog: Eine Instagram-Erfolgsgeschichte

Kelly Lund hat es geschafft: Der 30-Jährige hält die Abenteuer mit seinem Hund auf Instagram fest und kann heute davon leben.

von Maren Adrian

Die Geschichte von Kelly Lund und seinem Hund Loki beginnt 2012. Lund, ein erfahrener Hundefreund, aus Denver Colorado, ist auf der Suche nach einer neuen Herausforderung in seinem Leben- und findet schließlich was er sucht bei einem Hundezüchter in Utah. Doch Loki, der Welpe, den Lund zu sich holt, ist kein gewöhnlicher Haushund. Loki ist ein Wolfshund, was bedeutet, dass neben den Rassen Husky und Malamute auch ein nicht unbedeutender Anteil Wolfsgen in ihm steckt.

 

Einen Freund fürs Leben

 

Selbst erfahrene Halter können mit Hunden wie Loki an ihre Grenzen kommen. In unerfahrenen Händen und unausgelastet, können sich Hunde solcher Rassen zu einer mittelschweren Katastrophe entwickeln. Malamutes und Huskys sind Arbeitshunde. Sie wurden gezüchtet um Schlitten zu ziehen. Diese Hunde haben enorm viel Energie, sind sehr intelligent und verlangen nach einer besonders konsequenten Erziehung. Stellen solche Tiere fest, dass ihr Rudelführer unsicher ist, werden sie nicht zögern, diese Rolle zu übernehmen, was fatale Folgen mit sich bringen kann. Doch auch hier gilt, wie bei anderen Hunderassen auch: Wird man ihnen gerecht und als Rudelführer akzeptiert, erhält man im Gegenzug einen Freund fürs Leben.

 

 

Lift with your back not with your legs. #throwyourbackoutthursday #circa2014

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Botschaft an Follower

 

Der Erfolg auf Instagram kam nach Lund völlig unerwartet. Anfangs veröffentlichte er noch die Fotos von Loki auf seinem eigenen Instagram Account. Mit der Zeit aber wurden es immer mehr Fotos von Loki und seine Fangemeinde immer größer, sodass Lund beschloss, für seinen Hund einen eigenen Account zu erstellen. Unter dem Namen loki_the_wolfdog kann man nun die Abenteuer der beiden quer durch Amerika verfolgen. Doch hinter den inspirierenden Bildern, versucht Lund auch eine Message an seine Follower weiterzugeben. Er ist der Meinung, dass Hunde es nicht verdient hätten, ihr halbes Leben nur im Haus oder Hinterhof zu verbringen. Eine Haltung wie diese könne Lund nicht nachvollziehen und es mache ihn traurig mit anzusehen, wie manche Hunde leben müssten. Seine Intention sei es, die schönen Momente, die er und Loki erleben, auf Instagram zu teilen. Er hofft, dass er mit seinen Fotos andere inspirieren kann, die Welt zu entdecken und Menschen begeistern kann, möglichst viel mit dem eigenen Hund zu unternehmen. Noch vor Lokis drittem Geburtstag, haben die beiden den größten Teil der westlichen USA gesehen.

 

 

Long roads, wide eyes, can’t lose.

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Nichts war so geplant

 

Lund selbst betont in Interviews immer wieder, dass er die Fotografie nie ernst genommen habe und es niemals seine Absicht gewesen sei, aus Loki einen Instagram-Star zu machen. Er selbst lege keinen großen Wert auf Hashtags, nur weil sie besonders gut ankommen und er hätte auch nie Follower für Lokis Instagram-Account gekauft.

 

 

Like peas and carrots.

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Auf dem Weg nach ganz oben

 

Am 30. November 2013 veröffentlicht Lund das erste Foto auf Lokis eigenem Instagram-Account. Schon hier erreicht das Bild über 6000 Gefällt mir-Angaben. Es zeigt Loki, der aufgeweckt in die Kamera sieht und der zu dem Zeitpunkt noch ein Welpe ist. Das Foto selbst, strotzt nicht von höchster Auflösung, doch den Leuten gefällt es. Loki hat zu diesem Zeitpunkt bereits eine Instagram-Fangemeinde im fünfstelligen Bereich. Auch Unternehmen werden langsam auf Loki aufmerksam. Eine amerikanische Firma für Tierfuttermittel, ist eine der ersten, die Loki als Werbepartner auf Instagram gewinnen kann und für die Loki und sein Besitzer bis heute regelmäßig Werbung machen.

 

 

Die Fangemeinde wächst

 

Seit Lokis Start auf Instagram im Jahr 2013, wächst seine Fangemeinde stetig an. Die Fotos, die Kelly Lund während den Abenteuern von sich und seinem vierbeinigen Freund macht, werden mit der Zeit immer hochwertiger. Das eine Mal sieht man Loki beim Snowboard fahren, ein anderes Mal durch den Grand Canyon streunen oder in Hängematten abhängen. Im Sommer 2015 generieren einige Bilder erstmalig über 10.000 Likes und Lokis Account verzeichnet kurz darauf schon eine halbe Millionen Follower. Auf Instagram ist er bereits zu diesem Zeitpunkt in der ersten Liga der Instadogs angekommen.

 

 

It’s the things we tell each other, without saying a word.

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„Pain or love or danger makes you real again..“ -Jack Kerouac

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Wild nights chasing jackrabbits and eating camp food.

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Firmen lieben Loki

 

Mit der steigenden Anzahl an Followern, melden sich auch immer mehr Unternehmen bei Kelly Lund. Die Firmen erkennen das Potential von Werbung auf Social Media und wollen mit dem abenteuerlustigen Loki zusammenarbeiten. Ende 2015 hat Loki knapp eine Millionen Follower auf Instagram. Freunde von Kelly Lund raten ihm zu dieser Zeit, seinen Job zu kündigen, jetzt wo er genug Geld durch die Werbung mit Loki verdiene. Aber für den 30-Jährigen ist der Absprung noch zu riskant. Mit der Zeit muss Lund jedoch immer mehr den Spagat zwischen seinem eigenen Job und seiner Rolle als Social-Media-Manager für Loki meistern.

 

I’m a real boy! On a picnic! 📷cred: @insta_grimm_

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Ein gefragtes Werbegesicht

 

Vor etwa einem Jahr bekommt Lund einen Anruf von Mercedes Benz. Der Autohersteller möchte mit ihm und Loki einen Werbefilm drehen. Lund willigt ein und erhält im Gegenzug einen fünfstelligen Betrag. Neben Mercedes Benz fragt kurze Zeit später auch GoPro, ein amerikanischer Hersteller von Action-Camcordern, Lund an, mit Loki zu einer Premierenfeier und Veröffentlichung einer neuen Kamera zu erscheinen. GoPro zahlt für den Auftritt der beiden zwar kein Geld, aber die Firma finanziert im Nachhinein Reisen und stellt Kontakte zu Fotografen und anderen kreativen Köpfen her.

 

 

Grabbing a selfie with the crew, but everyone is having too much fun to look. #GoProMtnGames

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Nap hard, paddle hard. We’re paddling out to Tahoe this weekend for a rad time with our @gopro family! Stay tuned. #GoPro

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Nur noch Loki

 

Im November 2016, drei Tage nach seinem 30. Geburtstag, kündigt Lund seinen Job als Angestellter bei der Stadt. Ab jetzt will er sich ausschließlich um Loki und dessen Auftritte auf Social Media kümmern. Aktuell machen Lund und Loki wieder Werbung für einen Autohersteller. Über den genauen Betrag, der für die beiden dabei rausgesprungen ist, ist nichts bekannt. Jedoch war ein brandneues Auto Teil des Deals, wie man auf Instagram sehen kann.

 

 

Where the wheels stop, that’s home. #letsgoplaces #4runner #sponsored @toyotausa

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Die Uhr tickt

 

Wie Lund selbst in einigen Interviews schildert, bekommt er im Schnitt 10 Dollar pro 1000 Follower, pro Post. Das bedeutet, dass er mit seinen mittlerweile 1,5 Millionen Anhängern, 15.000 Dollar mit nur einem Foto verdienen kann. Zwar sind nicht alle seine Posts kommerziell, dennoch kann er durch ein paar gezielte Werbeaufträge gutes Geld verdienen. Aber wie alle Fotomodelle, kann auch Loki die Uhr des Lebens nicht zurück drehen. Die Zeiten wo er mit dem Snowboard durch den Tiefschnee saust oder durch den Canyon streunt, werden irgendwann ein Ende haben. Das weiß auch sein Besitzer Kelly Lund. Und der hat jetzt schon Pläne, wie es in Zukunft weiter gehen könnte. Aktuell arbeitet er an einer Produktlinie für Hunde und plant ein Buch zu veröffentlichen, in dem es um die Haltung von anspruchsvollen Hunden gehen soll.

 

 

Wahrer Luxus

 

Mittlerweile hat Loki auch einen eigenen kleinen Fanshop, wo es T-shirts oder Kalender mit Loki Motiven zu kaufen gibt. Einen Teil vom Erlös soll gespendet werden, schreibt Lund auf seiner Homepage www.lokithewolfdog.com. Er unterstützt mit dem Geld Assistenzhunde für behinderte Menschen und beteiligt sich am Schutz der Wölfe. Kelly Lund kauft man ab, dass ihm die Tiere am Herzen liegen. Und dass er das Geld, das er durch Loki verdient, nicht wie manch anderer, für teure Luxusartikel ausgibt. Eine gute Zeit mit seinem Hund zu haben, scheint für Lund wahrer Luxus zu sein. Lokis Follower jedenfalls haben Gefallen an dem, was sie auf Instagram zu sehen bekommen. Und wenn auch nur einer der 1,5 Millionen Anhänger sich durch die Fotos inspiriert fühlt, sich die Leine schnappt und neues von der Welt sehen will, hat Lund sein persönliches Ziel erreicht.




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