Pokémon Go – Das große Sammeln

Die Pokémon kehren zurück. Und dieses Mal begegnen sie uns sogar beim Einkaufen.

von Pasquina Hermanns

Ein Taubsi auf dem Tisch, ein Bisasam im Garten oder ein Glumanda mitten auf der Straße. Pokémon Go macht es möglich. 2016 gelang es dem Softwareunternehmen Niantic den Klassiker der 90er wiederzubeleben und in die Neuzeit zu transportieren. Pokémon Go ist ein Augmented-Reality-Spiel, in dem Pokémon gefangen, trainiert und in den Kampf geschickt werden können. Nach dem Release in Deutschland, gingen zahlreiche Jugendliche und auch Erwachsene plötzlich freiwillig spazieren.

 

Eine unsichtbare Welt

 

Gonna catch them all and everywhere!! #pokemongo

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Noch vor einem Jahr konnten sie vermehrt beobachtet werden: die Jäger auf der Suche nach den wilden Pokémon. Die Augen auf ihre Smartphones gerichtet, waren sie in einer anderen Welt unterwegs. Vor allem an den Wochenenden, in Gruppen zusammengeschlossen und mit Powerbanks in den Hosentaschen, machte sich diese Spezies bemerkbar. Über das Augmented-Reality-Spiel wird eine Parallelwelt auf dem Smartphone sichtbar. Der Vibrationsalarm des Smartphones macht den Spieler darauf aufmerksam, wenn sich ein Pokémon in der Nähe aufhält. Über die Handykamera kann der Jäger es anschließend ausfindig machen. Dabei können die Pokémon überall auftauchen. Im Vorgarten des Nachbarn oder mitten in der Stadt. Nachdem es entdeckt wurde, kann es eingefangen und anschließend trainiert werden. Über das bloße Jagen der Pokémon hinaus, bietet die App noch weitere Spielfunktionen. Menschenansammlungen in der Innenstadt verrieten, dass Passanten entweder drauf und dran waren sich in einer virtuellen Pokémon-Kampfarena zu duellieren, oder sich bloß an einem Pokéstop aufhielten. Dort können die Zocker verschiedene Items wie Pokébälle erhalten, um die Pokémon einzufangen. Für die wenigen Passanten, die das Spiel nicht auf ihrem Smartphone hatten, blieb diese Welt verborgen. Sie sahen vermehrt Menschen, die ihren Blick starr auf ihr Smartphone gerichtet und den Bezug zur realen Welt verloren hatten.

 

 

 

Startschwierigkeiten bei Pokémon Go

 

Nachdem das AR-Spiel am 6. Juli 2016 in den USA, Australien und Neuseeland in die App- und Play Stores kam, waren die Server durch die große Nachfrage der Fans so schnell überlastet, dass die Veröffentlichung in Deutschland um eine Woche verschoben werden musste. Als das Spiel dann auch in Deutschland verfügbar war, entwickelte es sich zu einem Hype. Von einem Tag auf den anderen, liefen Smombies auf der Suche nach den Pokémon durch die Straßen. Was die einen als lästig empfanden, sehen andere als Bereicherung. Wissenschaftler behaupten die App hätte ein gesundheitsförderndes Potential, da diese Jugendlichen dazu bringt sich mehr an der frischen Luft zu bewegen. Darüber hinaus gehen sie davon aus, dass das Spiel den Kontakt zwischen Jugendlichen und damit den sozialen Umgang mit anderen Menschen fördert. Betont wird jedoch, dass weitere Studien nötig seien, um genaue Ergebnisse zu erzielen.

 

Das Jahr danach

 

Doch wo sind die Pokémon-Jäger heute, ein Jahr danach? Die Menschenansammlungen in den Innenstädten sind verschwunden. Nur noch vereinzelt können jugendliche Gruppen entdeckt werden, die gemeinsam auf Pokémon-Jagd gehen. Der Hype der ersten Stunde scheint vorüber zu sein. Hat der Ausflug in die Parallelwelt seine Anziehungskraft verloren? Für die Kinder der 90er war es jedenfalls ein spaßiger Rückblick in die Kindheit. Vermutlich hatte der Ideengeber und Entwickler dieser App bereits auf dem Schulhof den Wunsch, sich virtuell auf der Straße zu duellieren, anstatt einfach nur die Sammelkarten zu tauschen.

 




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