Selbstversuch: Eine Woche ohne Facebook – Teil 1

Seit langem gab es keinen Tag, an dem ich nicht in Facebook unterwegs war.

von Julia Roß

Das soll sich jetzt ändern. Es gehört mittlerweile zu meinem Leben, wie der Kaffee morgens, nach dem Aufstehen. Ich würde nicht sagen, dass ich überdurchschnittlich viel auf der Social Media Plattform unterwegs bin, aber gerade morgens und abends bin ich sehr häufig für mindestens zehn Minuten online, um zu schauen was es Neues gibt. Auch Freunde und Familie erreiche ich durch den Messenger. Zumindest diejenigen, die kein Whatsapp haben.

Eine ganze Woche lang will ich versuchen, ohne Facebook auszukommen. Deswegen werde ich vorher meine Facebook- und Messenger App von meinem Smartphone löschen und auch auf meinem Laptop werde ich mich ausloggen und das Lesezeichen entfernen. Ich bin gespannt, wie lange es dauert, bis es anfängt mich richtig zu stören, was für Komplikationen eventuell auf mich zu kommen oder ob es sogar ein befreiendes Gefühl sein könnte.

 

Tag 1 ohne Facebook

 

Den ersten Tag ohne Facebook habe ich geschafft und es war wesentlich leichter, als ich erwartet habe. Heute morgen hatte ich das Gefühl, dass ich irgendetwas vergessen habe. Genau genommen habe ich das ja auch. Ein kleiner Teil meiner Routine ist weggefallen. Auf jeden Fall hatte ich jetzt mehr Zeit, um mich für die Uni fertig zu machen. Anscheinend verbringe ich, besonders morgens, doch mehr Zeit auf Facebook, als mir bewusst war. Was mir auf jeden Fall gefehlt hat und worauf ich nicht verzichten kann, sind die Nachrichten, die ich durch abonnieren auf verschiedenen Nachrichtenseiten auf Facebook angezeigt bekomme. Da ich den Spiegel am häufigsten nutze, habe ich mir die Spiegel App heruntergeladen. Ich habe gemerkt, dass ich automatisch immer wieder versuche Facebook zu öffnen, indem ich dahin tippe, wo die App gestern noch war. Jetzt, wo ich an diese Stelle die Nachrichten App platziert habe ist auch das kein Problem mehr. Am Abend hatte ich aber doch das starke Bedürfnis in Facebook zu gehen, um zu sehen, was es neues bei meinen Freunden gibt.

 

Tag 2 ohne Facebook

 

Heute ist es mir sogar noch leichter gefallen auf Facebook zu verzichten, als gestern. Am morgen hatte ich total vergessen, dass ich gerade darauf verzichte. Intuitiv habe ich aber, statt Facebook, die Spiegel App geöffnet und war damit dann auch zufrieden. Einen Artikel über das aktuelle Scheitern der AfD hat sogar mein Interesse geweckt, obwohl Politik normalerweise seltener interessant für mich ist. In der Uni hatten wir heute das Fach, in dem wir an diesem Blog arbeiten. Da ich an meinem Text über das Facebook Pixel gearbeitet habe und eigentlich dringend einen Screenshot von meiner Timeline gebraucht hätte musste ich mir den Bildausschnitt von einer Werbeanzeige eines Kommilitonen schicken lassen. Das funktioniert normalerweise auch über Facebook. Diesmal musste aber mein E-Mail Postfach herhalten.

 

 

Ein ausnahmsweise für mich interessanter Artikel über Politik
Ein ausnahmsweise für mich interessanter Artikel über Politik.

 

 

Tag 3 ohne Facebook

 

Mittlerweile habe ich mich fast daran gewöhnt, nicht mehr auf Facebook zu gehen. Ich bin ab und zu zwar schon etwas neugierig, was sich bisher alles getan hat bei meinen Freunden aber intuitiv klicke ich nicht mehr auf die Spiegel App und erwarte, dass sich Facebook öffnet.  Nach der Uni hatte ich eigentlich vor, eine Kommilitonin über unsere Gruppenarbeit in einem Seminar zu informieren. Ihre Handynummer habe ich nicht und in den Messenger, in dem ich ihr normalerweise geschrieben hätte, darf ich im Moment nicht rein. Deshalb werde ich das später machen müssen. Da ich heute viele Termine hatte, hat mir Facebook aber bis zum Abend kaum gefehlt. Jetzt merke ich, dass ich immer noch sehr neugierig darauf bin, zu sehen, was es Neues in der Welt gibt.

 




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