Sicherheit mit Passwörtern, Aufmerksamkeit und Antivirenprogramme.

WannaCry? Warum wir unsere Daten nicht schützen – Teil 1

Seid Ihr eigentlich alle noch ganz sicher? Wenn nicht: WannaCry?

Von Harald Engelhardt

Kaum ein paar Wochen ist der größte Ransomware-Angriff der Geschichte alt. Natürlich haben wir alle die Tipps und Ratschläge der ganzen Experten in den Medien befolgt. Haben wir doch. Oder? Ein Best-of der ganz menschlichen Sicherheitslücken, gewürzt mit eigenen Erfahrungen.

 

Mach-ich-morgen-Syndrom (aka Faulheit)

 

Ich bin bestimmt nicht alleine, wenn ich mir bei den eindringlichen Ratschlägen oben erwähnter Experten zumindest ab zu ein „Fuck“ nicht verkneifen kann. Wie lange will ich schon alle Passwörter erneuern? Wie lange schon die Fahrlässigkeit loswerden, ein Passwort für fast alle Dienste zu verwenden? Und wann mache ich endlich mal ein vernünftiges Backup? Öfter als…einmal bis jetzt.

Was sich so leicht zu lösen anhört, ist nach zwei Jahrzehnten online aber fast unmöglich. Ich habe nicht die geringste Ahnung, wo ich überall Konten habe, noch nicht mal, über wie viele E-Mail Konten ich verfüge. Schon bei dem Gedanken an diese digitale Suche nach den Nadeln im Datenhaufen vergeht mir die Lust. Und selbst wenn ich sie finde, würde ich wohl nicht rein kommen. Ok, mit meinem unsterblichen Masterpasswort würde es wohl leider keine Probleme geben, aber die Vorlieben bei Nutzernamen haben sich im Laufe der Jahre geändert.

 

Einer für alle oder all in

 

Ja, das beliebte Masterpasswort. Wohl eine der größten Sicherheitslücken bei vielen von uns. Aber es ist so unglaublich bequem. Kein Vergessen. Kein Notieren. Kein Suchen. Trotzdem setzt man damit alles auf eine Karte. „Na und?“, denkt sich vielleicht mancher. „Selbst wenn jemand mein Passwort rausfindet, kann er ja nicht wissen, wo ich damit angemeldet bin.“ Von wegen. Auch nur halbwegs begabte Hacker können durchaus Eure digitalen Spuren verfolgen und Zusammenhänge herstellen. Selbst ich würde auf die Idee kommen, dass die meisten wohl einen der vier bis fünf großen E-Mail Dienstleister verwenden. Unsere Mail Adressen halten wir ja auch nicht unbedingt geheim. Und mehr als das E-Mail Konto braucht der Hacker nicht, um dutzende „Vielen Dank für deine Anmeldung“ Mails vorzufinden. Mit Absender. Ihr versteht, ja? Dating, Shopping und so weiter und so peinlich. Würden wir unser Postfach regelmäßig leeren, wäre zumindest diese Gefahr nicht so groß. Ich sage einfach mal 4.000 ungelesen.

Ach ja, selbst ohne das E-Mail Konto kann sich jeder Depp denken, dass Ihr zumindest auf Facebook, Twitter und Co. unterwegs seid. Schlimm genug, wenn sich da jemand umschauen würde, nicht wahr?

 

Backup. Mit Sachen anschließen. Und Warten. Nö.

 

Oben ging es um Eure Privatsphäre, der berühmte WannaCry zielte jedoch in erster Linie auf Zerstörung von Daten und Erpressung ab. Vermutlich zumindest. Im Falle einer Infektion mit solchen Programmen wäre ein Backup ein herzliches „Fick Dich“ an die Jungs und Mä…, nein, an die Jungs hinter dieser Nummer. Ja, Ihr Cyber-Kriminellen seid ein Klischee, ich kann Euch nicht leiden und Pflege meine Voruteile in diesem Fall voller Genuss. Aber zurück zum Backup. Eine zeitaufwendige Angelegenheit, die man auch noch regelmäßig durchführen muss, soll es denn was bringen. Es verstößt also gegen unser Prinzip der Faulheit.

Aber das ist nicht alles, nein, man braucht ja auch noch den Speicherplatz. Eine externe Festplatte für eine komplette Kopie des Systems, oder zumindest USB Stick/Disc für die wichtigsten Daten. Und das kostet Geld. Ist man dann voller guter Vorsätze auf Amazon um sich exemplarisch die Festplatte zu bestellen, sticht einem die Werbung für das neue FIFA 17 drei Achtel ins Auge. Für die Gleichberechtigung: die neuen Schuhe der Kollektion 17 drei Achtel. Also in beiden Fällen etwas, was Mann/Frau ja unbedingt sofort braucht. Hier schweife ich jetzt ganz unverschämt noch weiter ab und stelle meine Theorie des Sofort-Konsums auf. Die Festplatte hat in ferner Zukunft mal einen Nutzen. Vielleicht. Und selbst wenn, bekomme ich mit ihr ja nur zurück, was ich eh schon hatte. Nicht so sexy. Das Game oder die Schuhe erfüllen aber sicher ihren Zweck. Und das sofort! Worauf ich hinaus will: bei den meisten von uns wird das nix mit dem Backup.

 

 

Die Aufklärungsrate bei Cyberkriminalität ist gering. Also schützt Euch selbst.

 

 

Ich schreibe das hier an einem Sonntag, also:

 

Die Sache wird umfangreicher als gedacht, darum wird es ganz einfach ein Zweiteiler. Die großen Mysterien Updates und Antivieren-Programme müssen wir uns noch anschauen. Und ja, ganz oben steht Youporn. Auch das wird ein Thema sein. Die versprochenen eigenen Erfahrungen sind auch noch etwas dünn. Auch davon mehr im zweiten Teil. Nein, nicht bei Youporn! Vermutlich.

Noch eine Anmerkung: Natürlich verwende ich nach Veröffentlichung kein Masterpasswort mehr, versprochen! Und WannaCry hat mich bis jetzt auch verschont.

 

Haut rein

 




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